Aufnahmen von Andreas Lawrenz (Gimmel, Canon EOS 5D Mark III) und Frank Vohla (Altenburg, Seestar S50)
Der Herbst des Jahres 2025 brachte sechs relativ helle Kometen. Außerdem war die Sonnenaktivität zweitweilig hoch genug, dass auch im Altenburger Land Polarlichter beobachtet werden konnten
Den Reigen begann Komet C/2025 A6 Lemmon. Dieser Komet war am 3. Januar von C.D. Fuls auf Fotos der Himmelsüberwachung auf dem Mount Lemmon (Hawaii) entdeckt worden.
Im September wurde der Schweifstern bei uns am Morgenhimmel im Sternbild Kleiner Löwe sichtbar.
Die erste Aufnahme hier machte Frank Vohla am 29. September mit einer Belichtungszeit von zehn Minuten. Die Moregndämmerung war schon nah, weshalb Spuren von
menschengemachten Flugobjekten zu sehen sind.
Auf einem Foto vom 1. Oktober ist der Schweif schon deutlich länger.
Die Belichtungszeit betrug 13 Minuten
3. Oktober, 6 Minuten Belichtungszeit
Am 13. Oktober machte Andreas Lawrenz seine erste Aufnahme mit 100 mm Brennweite bei 30 Sekunden Belichtungszeit.
Bei der kurzen Brennweite ist zum Größenvergleich der Horizont zu sehen. Der Komet ist oberhalb der Bildmitte mit nach rechts oben gerichtetem Schweif erkennbar.
Eine Aufnahme von Andreas Lawrenz einen Tag später: Bei der längeren Brennweite von 390 mm sind Strukturen im Schweif zu sehen.
Belichtungszeit: 20 Sekunden
Auf der Aufnahme von Frank Vohla vom selben Morgen ist der Komet gegenüber den Hintergrundsternen versetzt. Eine Bewegung war bereits nach einigen Minuten erkennbar.
Belichtungszeit: 3 Minuten
Am 18. Oktober fotografierte Andreas Lawrenz den Kometen hinter einem Polarlicht. Auf dem Bild mit 45 mm Brennweite ist der Komet mit einem blauen Pfeil markiert. Belichtungszeit: 15 Sekunden
Bei 200 mm Brennweite ist der Komet besser erkennbar und das Rot des Polarlichts ist noch da. Komet und Polarlicht in einem Bild dürfte ein Novum für das Altenburger Land sein.
Die Aufnahme von Frank Vohla vom 21. Oktober zeigt einen nicht mehr so symmetrischen Schweif, wie auf früheren Bildern. Der Staubschweif krümmt sich nach rechts weg.
In dieser Zeit war der Komet vom Morgen- zum Abendhimmel gewechselt.
Belichtungszeit: 3 Minuten
Aufnahme von Andreas Lawrenz vom 24. Oktober mit 70 mm Brennweite bei 30 Sekunden Belichtungszeit
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Diese beiden Aufnahmen von Andreas Lawrenz vom selben Abend entstanden im Abstand von einer halben Stunde. Die Bewegung vor den Sternen ist gut zu erkennen. Belichtungszeit jeweils 30 Sekunden bei 200 mm Brennweite
Beim Seestar S50 passte Lemmon längst nicht mehr ins Blickfeld. Eine rechteckige Mosaikaufnahme im entsprechenden Modus des S50
hätte zu viel Zeit beansprucht. So blieb noch die Möglichkeit, Bilder des Schweifs mit Fitswork zusammenzufügen. Dieses Mosaik
besteht aus zwei Einzelbildern vom 30. Oktober mit 4 Minuten Beleichtungszeit.
Am Abend des 30. Oktober ließ sich auch Komet C/2025 R2 SWAN mit dem Seestar ablichten. Im Vergleich zu Lemmon war er nur ein Nebelfleckchen. SWAN war erst am 11. September 2025 von Vladimir Bezugly auf Bildern des SWAN-Instruments an Bord der Raumsonde SOHO entdeckt worden.
Am nächsten Morgen zeigte sich C/2025 K1 ATLAS an der Grenze der Sternbilder Jungfrau und Löwe. Er war zwar viel kleiner als Lemmon, zeigte trotzdem einen schönen Schweif bei einer Belichtungszeit von 10m Minuten.
Dieser Komet war am 24. Mai von ATLAS entdeckt worden, einem System, das den Himmel nach potenziell gefährlichen Asteroiden und Kometen absucht.
SWAN am 6. November, aufgenommen mit Seestar S50 bei 6 Minuten Belichtungszeit
Mit C/2024 E1 Wierzchos war ein noch schwächerer Komet für das Seestar erreichbar. Belichtungszeit: 7 Minuten
Dieser Komet wurde am 3. März 2024 von Kasper Wierzchos auf Lemmon-Aufnahmen entdeckt.
Die Sichtbarkeitsbedingungen für C/2025 A6 Lemmon wurden nun schnell schlechter. Die letzte Aufnahme stammt vom 7. November. Belichtungszeit: 4 Minuten.
Am 12. November waren wieder helle Polarlichter zu beobachten. Aufnahme von Frank Vohla mit Samsung S25 Plus im Astromodus
Ein weiteres Bild vom 12. November
Am 18. November bot sich wieder Gelegenheit, K1 ATLAS mit dem Seestar zu fotografieren. Belichtungszeit: 2 Minuten
3I ATLAS ist ein interstellarer Komet. Er kam von außerhalb des Sonnensystems und sollte es auch wieder verlassen. Er war am 1. Juli ist drittes derartiges Objekt entdeckt worden.
Die erste Aufnahme mit dem Seestar gelang am 19. November bei 6 Minuten Belichtungszeit.
Am 21. November geriet C/2025 K1 ATLAS wieder ins Visier. Belichtungszeit: 2 Minuten
Eine weitere Aufnahme von 3I ATLAS am 23. November zeigte nach 2 Minuten Belichtungszeit wieder nur ein Nebelfleckchen.
Im Dezember wurde mit 24P Schaumasse ein sechster Komet in diesem Herbst beobachtbar. Dieser Komet war bereits 1911 entdeckt worden.
Eine erste Aufnahme mit dem Seestar klappte am 12. Dezember bei 5 Minuten Belichtungszeit.
Schaumasse am 15. Dezember, Belichtungszeit 7 Minuten
Am 15. Dezember zeigte der insterstellare 3I ATLAS auf einer Seestar-Aufnahme mit 8 Minuten Beleichtungszeit einen Schweif. Die gekräuselte Linie darüber ist ein Kondensstreifen.
Der Kern von C/2025 K1 ATLAS hatte sich in der Zwischenzeit mehrfach geteilt. Auf dem Bild vom 18. Dezember ist nur noch Schweif erkennbar. Belichtungszeit: 11 Minuten
Am 19. Dezember fotografierte Andreas Lawrenz 24P Schaumasse bei 30 Sekunden Belichtungszeit.
Mit dem Ende des Herbstes kam auch das Ende dieser Kometensaison. Der Mond nahm wieder zu und die Sichtbarkeitsbedingungen der Kometen wurden schlechter.
Die letzte Aufnahme von 3I ATLAS mit dem Seestar stammt vom 22. Dezember. Belichtungszeit: 8 Minuten